All Photos by Constantin Gerlach
Text: Marco Pöhlmann

 

Der Heidbergring, südöstlich von Hamburg gelegen, bot am 15.08.15 bereits zum zweiten Mal die Kulisse für spannende Rennen im Modus „Last Wo/Man Standing“. Der Kurs mit seinen 900 Metern, eigentlich eine Strecke für Motorsportveranstaltungen, bietet alles, was der Herz begehrt. Breite Streckenführung, ein wenig Gefälle, langsame und schnelle Kurven sowie einen hervorragenden Belag.

Insgesamt 175 Jungs und Mädels waren in den Kategorien „fixed“ und „open“ gemeldet. Bereits am Freitagabend füllte sich der Zeltplatz, traumhaft gelegen auf einer Anhöhe mit direktem Blick auf den Racetrack, mit Teams und Fahrern aus der ganzen Republik. Viele konnten es kaum erwarten und drehten in der Hitze des Vorabends schon die ersten Runden, um sich mit dem Kurs anzufreunden.

Nach einer moderat (für die meisten) feuchtfröhlichen Nacht begann am Samstagvormittag der Registrierungsreigen und die Klärung von Fragen wie wo ist meine Startnummer, wann ist mein Vorlauf und für die Starter in der fixed-Kategorie, habe ich den richtigen Gang drauf?! In der Zwischenzeit gab es leckere Verpflegung aus den Foodtrucks, angenehme Mucke und bis kurz nach halb 3 die Möglichkeit, für ein Freies Training.

Punkt 15 Uhr startete der erste von 10 fixed-Vorläufen. 11 Fahrer, 9 Runden, ab Runde 3 fliegt jeweils der Letzte raus, so dass die verbliebenen 4 in den nächsten Lauf gelangen. Von Anfang an ging es ordentlich zur Sache, denn eines wurde spätestens jetzt klar, wer weiter kommen will, der muss ab Runde 1 nach vorne und im Sattel bleiben. Die relativ wenigen Runden und die hohe Geschwindigkeit – im Finale wurde ein 42er Durchschnitt gemessen – ließen wenig taktieren zu.

Am frühen Abend sorgte ein kurzer aber heftiger Schauer für zusätzliche Spannung. So kam es, dass die Finalläufe aller Kategorien on wet surface stattfanden. Bis auf einen Crash noch im Trockenen am Nachmittag, ausgelöst durch einen Besucher, der unvermittelt auf die Strecke gelangte, kam es aber kaum zu nennenswerten Szenen.

Im fixed-Finale der Männer traf man übliche Bekannte aus den Lagern von 8bar und Fixedpott aber auch Frischlinge wie den erst 17 Jährigen Jan Lietzke aus Hamburg oder den Berliner Paul Göhrke aus dem Schindelhauer/Gates Team. Im Zielsprint musste sich Tim Ceresa nur dem 42k-Weltmeister Sebastian Körber, beide aus dem 8bar Team, geschlagen geben. Dritter wurde Timon Teubert vom Suicycle Track Team.

Das Finale der Frauen sorgte auch nach dem Rennen noch für etwas Aufregung und Gesprächsstoff. Zunächst schien our own Marion (Dziwnik) souverän mit einigem Abstand auf der Zielgeraden den Sieg nach Hause zu tragen. Auf Platz 2 und 3 kamen Mianzi Rei vom Schindelhauer-Gates Team und Johanna Jahnke vom Mark it Zero Team. Die spätere Auswertung eines Zielfotos ergab allerdings, entgegen der gemessenen Daten aus den Transpondern, dass zur Einfahrt in die letzte Runde Mianzi und Johanna knapp vorne waren. Um keinen der Beteiligten einen Nachteil zu verschaffen, entschied man sich, den 1. Platz an alle 3 Ladies zu verteilen. So lag man sich in den Armen, freute sich gemeinsam über das Erreichte und das Feiern konnte beginnen.

Es ist schön zu sehen, wie Veranstaltungen wie diese prosperieren, namhafte Sponsoren gewinnen und sich nach vorne entwickeln. Trotzdem geht auch hierbei ohne Unterstützung vieler Freiwilliger gar nichts. Danke, uns hat’s gefallen, wir kommen wieder!

Team Standert